Kulturelle Sehnsuchtsorte in der Literatur – am Beispiel Klaus Manns “Das Leben der Suzanne Cobiere”(2/3)
2.3. Zum Verhältnis Sehnsucht - Angst - Tod
“Ich bin zu der felsenfesten Überzeugung gekommen, dass nirgends und nie auf der Welt lügenhafter, leerer, langweiliger, armseliger, inhaltsloser und grausamer gelebt wurde als bei euch, in euren großen Städten!” Mit diesen Worten verabschiedet sich Suzanne von ihrem Freund, mit dem sie nach Tahiti gekommen ist und offenbart ihm, dass sie nie in ihr altes Leben zurückkehren wird. Zunächst versucht er sie noch zu überreden, wieder mit zu kommen, was allerdings keinen Sinn mehr hat, weil sie sich entschieden hat. Die Sehnsucht in ihr war so stark, dass sie denkt, nun ihr vollkommenes Glück gefunden zu haben. Sie genießt ihr Leben jetzt und hat ihren Ausbruch aus der beklemmenden Situation ihres Elternhauses und später auch der Boheme scheinbar geschafft. Als jedoch der Ehrgeiz, etwas zu tun, und die Unternehmungslust in ihr wieder einsetzen, manipuliert sie die Menschen in ihrer nächsten Umgebung und zieht nach Honolulu, um dort ihren aufflammenden Trieb zu befriedigen.
Kulturelle Sehnsuchtsorte in der Literatur – am Beispiel Klaus Manns “Das Leben der Suzanne Cobiere”(1/3)
1.Einleitung
“Nur der Geist, der unverrückbar an ein fernes, schönes Ziel glaubt, vermag die Lebenskraft sich zu erhalten, die ihn über den Alltag hinwegführt.” Schon Gustav Stresemann beschrieb fremde Orte als einen Ausfluchtweg aus dem Alltag. Es geht hier um die Sehnsucht allein, die den menschlichen Geist erweitert, um Kräfte für die Meisterung diverser Alltagssituationen aufzubringen. Diese Sehnsucht kann also dem Menschen Halt und Hoffnung geben, damit bestimmte unverhofft eintretende Ereignisse darin gelöst werden können und verschwimmen.
Die rhetorischen Mittel
Auf der folgenden Seite finden sich einige alphabetisch geordneten rhetorischen Mittel, samt Erklärung, Beispiel und Wirkung:
Die literarischen Gattungen: Drama(2/2)
Sonderformen:
Der Schwank
Beim dramatischen Schwank handelt es sich um die Verarbeitung von Schwankstoffen (und mancher Komödien des 15.Jhd-17.Jhd) für die Bühne. Seit dem späten 19.Jhd bezeichnet der Schwank auch auf Situationskomik und Stereotypen basierendes Theater.
Die literarischen Gattungen: Drama(1/2)
Ein Drama ist ein für die Theaterbühne konzipiertes Werk, dessen Text hauptsächlich aus der direkten Rede der handelnden Personen besteht. Hinzu kommen häufig knappe Regieanweisungen und Szenenbeschreibungen. Die Rede kann in Vers- oder gar Reimform abgefasst sein. Meist ist ein Drama in mehrere Akte oder Aufzüge, diese wiederum in Szenen gegliedert. Die bekannte Einteilung in Tragödie und Komödidie nach Aristoteles hat sich im Laufe der Zeit weiter ausdifferenziert und zahlreiche Unter- und Mischformen hervorgebracht, die sich bspw. nach Handlung, Figurenkonstellation und Sprechweise richten.
Die literarischen Gattungen: Lyrik(2/2)
Sonderformen des Gedichts:
Die Ballade
Die Ballade ist eine regelmäßig gegliederte Gedichtform mit Reim und Tendenz zu festem Metrum. Sie besitzt einen erzählenden Charakter und gestaltet einen begrenzten und klar konturieten Vorgang. Ihr Inhalt sind Handlungen, Begebenheiten oder Schicksale. Unterschieden wird zwischen der mittelalterlichen Volksballade und der modernen Kunstballade, wobei sich die deutsche Volksballade Heldendichtungen, der Geschichte, der Sage und der literarischen Tradition bedient. Weitestgehend zählt hier auch das Erzählgedicht dazu, was ein freier und prosanaher Form auftritt.
Die literarischen Gattungen: Lyrik(1/2)
Seit dem 19. Jhd wird das Wort "Lyrik" auch synonym für "Poesie" verwendet. Ursprünglich war Lyrik die Dichtung zur Musik der Lyra ('Leier'). Lyrik unterscheidet sich von der Prosa durch ihre gebunden Form mit Vers, Reim und Strophe. Als ausschlaggebendes Merkmal ist die Versform allerdings nicht ausreichend, da auch in Drama und Epik dieses Element verwendet werden kann. Vor allem im 20. Jhd verliert die Lyrik ihre gebundene Form als Merkmal, sodass man Lyrik heute kaum noch über ihre Metrik definieren kann. Deutlich unterscheidet sich die Lyrik dennoch durch Kürze, strengere Form und Dichte (Ausdruckskraft) von den anderen Gattungen.
Die literarischen Gattungen: Großformen der Epik
Im folgenden Artikel werden die litarischen Mittel der Epik vorgestellt:
Epik
Die Epik ist eine der drei großen Literaturformen und umfasst prosaisch (nicht versgebunden) sowie in Versform verfasste Texte. Wichtiger Unterschied zur Lyrik ist das erzählende Element. Das Geschehen wird aus Sicht eines Erzählers (Ich- oder Er-Erzähler) wiedergegeben. Ursprünglich bezeichnet die Epik die Kunst des Epos. Mit der Durchsetzung von Prosatexten erweiterte sich das Feld der umfassten Literatur auch auf diese Texte.
Die literarischen Gattungen: Mittlere und Kleinformen der Epik(1/2)
Mittlere Formen:
Die Erzählung
Die Erzählung ist allgemein ein Sammelbegriff für narrative Texte mittleren oder kürzeren Umfangs. Es gibt keinen genaueren Begriff für eine spezifische Erzählgattung so wie bei Novelle oder Märchen.
Daher gibt es auch keine genauere Geschichte zur Erzählung. Im 18. Jhd grenzte sich die Erzählung von der Verserzählung ab, um die Prosa ästhetisch hervorzuheben. Somit gab es keine Differenzierung zwischen Erzählung, Novelle oder Roman. Erst als die Novelle sich als eigener Gattungsbegriff etablierte, grenzt man heute die Erzählung spezifischer ab.
Die literarischen Gattungen: Mittlere und Kleinformen der Epik(2/2)
Hier folgen die restlichen Kleinformen der Epik:
Die Anekdote
Erzählt wird in einer Anekdote eine wahre, mögliche oder glaubhafte Begebenheit einer bekannten Person.Ihren Ursprung hat die Anekdote in der Mündlichkeit. Sie wurde bei gegebenen Anlässen erzählt um für eine heitere Stimmung zu sorgen. Erst im 18. Jhd wurde sie verschriftlicht als Charakterbild oder unterhaltende Ergänzung der Geschichtsschreibung. In der französischen Adelskultur war sie schon sehr früh beliebt, in Deutschland gewann sie im 19. Jhd an Bedeutung durch Johann Peter Hebel oder Heinrich von Kleist.