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3Jun/100

Kulturelle Sehnsuchtsorte in der Literatur – am Beispiel Klaus Manns “Das Leben der Suzanne Cobiere”(3/3)

3. Resümee

Die Exotik ist von enormer Wichtigkeit für unsere Fantasie, denn wir uns nicht irgendwelche geheimnisvollen Orte und Paradies vorstellen, können wir uns auch nicht nach solche sehnen. Wir reisen, weil wir uns erholen möchten, unsere eigene Identität suchen oder sogar aus der Realität - zumindest für eine gewisse Zeit - flüchten wollen. Wir versuchen dabei die Grenzen unseres eigenen Ichs herauszuschieben. Beweggründe sind weiterhin die Natur, die Menschen und unsere Probleme, die uns in der Wirklichkeit immer wieder einholen. Das Paradies, was wir uns ausmalen, ist immer da, wo wir nicht sind und daher scheitert unser Traum von der Vollkommenheit meist.

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3Jun/100

Kulturelle Sehnsuchtsorte in der Literatur – am Beispiel Klaus Manns “Das Leben der Suzanne Cobiere”(2/3)

2.3. Zum Verhältnis Sehnsucht - Angst - Tod

“Ich bin zu der felsenfesten Überzeugung gekommen, dass nirgends und nie auf der Welt lügenhafter, leerer, langweiliger, armseliger, inhaltsloser und grausamer gelebt wurde als bei euch, in euren großen Städten!” Mit diesen Worten verabschiedet sich Suzanne von ihrem Freund, mit dem sie nach Tahiti gekommen ist und offenbart ihm, dass sie nie in ihr altes Leben zurückkehren wird. Zunächst versucht er sie noch zu überreden, wieder mit zu kommen, was allerdings keinen Sinn mehr hat, weil sie sich entschieden hat. Die Sehnsucht in ihr war so stark, dass sie denkt, nun ihr vollkommenes Glück gefunden zu haben. Sie genießt ihr Leben jetzt und hat ihren Ausbruch aus der beklemmenden Situation ihres Elternhauses und später auch der Boheme scheinbar geschafft. Als jedoch der Ehrgeiz, etwas zu tun, und die Unternehmungslust in ihr wieder einsetzen, manipuliert sie die Menschen in ihrer nächsten Umgebung und zieht nach Honolulu, um dort ihren aufflammenden Trieb zu befriedigen.

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3Jun/100

Kulturelle Sehnsuchtsorte in der Literatur – am Beispiel Klaus Manns “Das Leben der Suzanne Cobiere”(1/3)

1.Einleitung

“Nur der Geist, der unverrückbar an ein fernes, schönes Ziel glaubt, vermag die Lebenskraft sich zu erhalten, die ihn über den Alltag hinwegführt.” Schon Gustav Stresemann beschrieb fremde Orte als einen Ausfluchtweg aus dem Alltag. Es geht hier um die Sehnsucht allein, die den menschlichen Geist erweitert, um Kräfte für die Meisterung diverser Alltagssituationen aufzubringen. Diese Sehnsucht kann also dem Menschen Halt und Hoffnung geben, damit bestimmte unverhofft eintretende Ereignisse darin gelöst werden können und verschwimmen.

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