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3Jun/100

Dresden als Residenzstadt (3/3)

3.3.1 Die augusteische Zeit

1694 trat Kurfürst Friedrich August I. seine Regentschaft in Dresden an. Als Nachgeborener wäre er nicht zum Regierenden geworden, bekam deshalb eine militärische Ausbildung. 1687 bis 1689 bereiste er Europa und sammelte Eindrücke am Hof Ludwigs XIV. und lernte die Kunst Italiens kennen, die seine Sicht auf eine fürstliche Lebensweise beeinflussten.
Der frühe Tod seines Bruders Johann Georg IV. und dessen Kinderlosigkeit brachte Friedrich August I. in die Herrscherposition. Mit Hilfe des Übertritts zum Katholizismus erhielt er die Königskrone Polens und wurde somit der erste König aus der Linie der Albertiner. Dresden musste nun einen König repräsentieren. Bauliche Veränderungen folgten daraus, unter anderem der Zwinger und der Umbau der Frauenkirche, ein neues Rathaus und zahllose Gärten und Landhäuser in und um Dresden. Friedrich August I. setzte die Eindrücke seiner früheren Europareise jetzt um.
Sein Sohn Kurfürst Friedrich August II. wurde 1733 ebenfalls König von Polen und folgte auch kulturell dem Vorbild seines Vaters.
1745 wurde Dresden zum ersten Mal eingenommen. Friedrich August II. hatte Preußen als Gegner unterschätzt und sein Heer unterlag. Die Stadt wurde dabei nicht zerstört, musste aber enorme Summen aufbringen um die preußische Armee während ihres Aufenthaltes und des Abzuges zu versorgen. In nur neun Tagen kostete das die Stadt 89530 Taler.Der ausgehandelte Frieden hielt 10 Jahre bis zum Beginn des siebenjährigen Krieges, der die Stadt stärker als zuvor in Mitleidenschaft zog.

4. Schlussbetrachtung

Anhand der aufgezeigten Fakten kann man klar erkennen, dass Dresden ohne den Status einer Residenzstadt wahrscheinlich kaum zu dem geworden wäre, was sie heute ist. Karlheinz Blaschke wagt eine Schätzung über Dresdens alternative Zukunft, wäre sie nicht Residenz geworden. Seiner Meinung nach würde die Stadt heute nur ein zehntel der bebauten Fläche umfassen. Vergleichbar wäre sie mit der in der Nähe liegenden Stadt Pirna.
Doch nicht nur flächenmäßig wäre die Stadt nicht mit der realen vergleichbar. Die Bauwerke, die direkt auf Geheiß der Wettiner oder durch Mitglieder ihres Hofstaates entstanden sind und so das Stadtbild bis in die heutige Zeit entscheidend beeinflussen, wären nie errichtet wurden. Dazu zählen Wahrzeichen der Stadt wie der Zwinger oder die Frauenkirche.
Wichtig ist dabei auch die räumliche Nähe des Hofstaates zur restlichen Stadt, welche in Dresden ein besonderes Klima geschaffen hat. So erklärt es sich, dass Dresden zu ihrer Blütezeit, wie auch heute kulturell eine Stadt von Weltformat ist.

5. Literaturverzeichnis

K. Blaschke, Der Fürstenzug zu Dresden, Leipzig, 1991

K. Blaschke, Dynastie – Regierung – Schloss, in K. Blaschke u. U. John (Hg.), Geschichte der Stadt Dresden Band 1, Stuttgart, 2005

H. Butte, Geschichte Dresdens bis zur Reformationszeit, Köln, 1967
R. Eigenwill, Die Geschichte der Stadt, in: K. Nitzschke u. L. Koch (Hg.), Dresden – Stadt der Fürsten - Stadt der Künstler, Bergisch Gladbach, 1991

R. Groß, Die Stadt in der zweiten Hälfte des 17.Jahrhunderts, in R. Gross u. U. John (Hg.), Geschichte der Stadt Dresden Band 2, Stuttgart, 2006

A. Kröner, Handbuch historischer Stätten Deutschlands - Sachsens, Stuttgart 1965

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