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Dresden als Residenzstadt (2/3)

3.2. Die Residenzstadt Dresden bis zum Dreißigjährigem Krieg

Die Wahl der Stadt zur Residenzstadt stellte den Wendepunkt in der Stadtentwicklung Dresdens dar. Während der Regierungszeit Albrechts war allerdings nur der Städtebrand 1491 von größerer Bedeutung für das Stadtbild, ansonsten blieben größere Veränderungen aus. Ab 1488 lenkte ohnehin Albrechts Sohn Herzog Georg der Bärtige die Geschicke des Landes, da Albrecht selbst ständig außer Landes war. Unter Georg begann die Wandlung der mittelalterlichen Stadt zur Residenzstadt. Wichtig für das Stadtbild war der Bau des Georgenbaus (1530-35), das erste Renaissancegebäude Dresden.
Auch das Wirken im Reich und die damit verbundene Popularität des Herzogs wirkte sich positiv auf das Ansehen Dresdens aus. Vor allem sein Kampf gegen die Reformation und der Beitritt zum Heiligen Nürnberger Bund in einer Führungsrolle stärkte Sachsens Rolle in der Reichspolitik.
Nach Georgs Tod 1539 lenkte sein Bruder Herzog Heinrich der Fromme 2 Jahre lang die Geschicke des Herzogtums. Die wichtigste Veränderung seiner Herrschaft war die Annahme des Protestantismus. Der schon 66 Jahre alte Heinrich übergab 1541 die Herrschaft an seinen Sohn Moritz und starb kurz danach. Dieser stieg 1547 zum Kurfürsten auf und machte die Stadt somit zur kurfürstlichen Residenzstadt. Mit seiner Herrschaft ging eine städtebauliche Modernisierung einher. Er ließ das Schloss erweitern und machte die Renaissancebauweise zur Stadtbild bestimmenden Kraft. Die Stadt repräsentierte somit die Macht des sächsischen Herrschers auf Reichs- und internationaler Ebene. 1553 starb Moritz an den Folgen einer Verletzung, die er sich in einer Schlacht zugezogen hatte.
In der Reihenfolge der Herrscher, die in Dresden residierten folgte nun sein jüngerer Bruder Kurfürst August. Bestrebungen in internationaler Politik waren bei ihm kaum vorhanden, sein Blick richtete sich auf das Innere Sachsens. Unter seiner Herrschaft wurde die Modernität der Stadt im Verwaltungsbereich deutlich. Als eine der ersten Fürstentümer Europas wurde hier ein ausgeprägter Verwaltungsapparat gebildet, der außerhalb des Residenzschlosses untergebracht war. Die Beamten zogen 1567 in ein extra für diesen Zweck errichtetes Gebäude. Damit wurde der Grundstein für ein zukünftiges Regierungsviertel gelegt. Im 16.Jhd und im 17.Jhd wurde die Stadt von den Fürsten weiter ausgebaut. Zu den Gebäuden dieser Zeit gehören eine Münze, die Hofapotheke, das Stallgebäude, das Hauptzeughaus und das kurfürstliche Jägerhaus.

3.3 Dresden im Siebenjährigen Krieg

Der Beginn des Dreißigjährigen Krieges 1618 bringt den ersten Einschnitt in der Entwicklung der Stadt seit ihrer Wahl zur Residenz der Albertiner. Kurfürst Johann Georg I. zog 1620 im Auftrag des Kaisers in den Krieg und kämpfte gegen die böhmischen Protestanten und Calvinisten. Nachdem er ein loses Bündnis mit den anderen evangelischen Fürsten gebildet hatte um den Reichsfrieden wieder herzustellen und dieses Bestreben nicht erfüllt werden konnte, verbündete er sich 1631 mit dem ebenfalls evangelischen Schwedenkönig Gustav Adolf um nun gegen die kaiserlichen Truppen vorzugehen. Nach dem Tod Gustav Adolfs auf dem Schlachtfeld wechselte er noch einmal die Seiten um gegen die Schweden zu kämpfen, die Sachsen schwer zusetzten.
Dresden selbst blieb von den Kampfhandlungen verschont. Die Folgen des Krieges musste es in Form von Hunger, Pest und steigender Armut ertragen. Nach Ende des Krieges war die Bevölkerungszahl von etwa 17000 Menschen um die Hälfte zurückgegangen. Zum Gedenken des Friedensvertrages zwischen Schweden und Sachsen ließ man den Friedensbrunnen errichten.
Die Wiederherstellung des alten Zustandes wurde unter Johann Georg I. und seinem Nachfolger Johann Georg II. sehr stark betrieben. Vergünstigungen für die Wirtschaft und die Söldner des nicht mehr benötigten Heeres sorgten für ein erneutes Wachstum der Stadt. Johann Georg II. pflegte während seiner Regentschaft Kunst und Kultur, vergrößerte den Hofstaat und veranstaltete Feste, die die Stadt an Prunk zu einer Konkurrenz angesehener Städte wie Paris machte.

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