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Dresden als Residenzstadt (1/3)

1.Einleitung

2006 wurde Dresden in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen, nicht zuletzt aufgrund ihrer außergewöhnlichen Bauwerke. Die Stadt zählt schon seit Jahrhunderten zu einer der schönsten Städte Europas und trägt Beinamen wie „Elbflorenz“. In dieser Arbeit sollen die Umstände beschrieben werden, unter denen die eher unbedeutende Stadt an der Elbe zu einer Stadt von internationalem Format heranwuchs.Dresden wird dabei von der Gründung der Stadt bis in die frühe Neuzeit betrachtet. Es soll aufgezeigt werden welchen Einfluss die Wettiner1 dabei nahmen. Dazu ist es nötig genauer auf die einzelnen Herrscher einzugehen, da ihre Handlungen direkten Einfluss auf die Stadt nahmen.

2. Die Stadt von der Gründung bis zur frühen Neuzeit

Dresden entstand aus den Entwicklungen der deutschen Ostbewegung des 10. bis 14. Jahrhunderts. Allerdings spielt erst die Zeit ab dem 12.Jhd eine Rolle für die Stadtentwicklung, da vorher erst die neu gewonnenen Gebiete (Mark Meißen) gesichert wurden und keine ernsthafte Siedlungspolitik betrieben werden konnte. Erst nach der Sicherung der Herrschaft über die Mark wurde durch Ansiedlung deutscher Bauern und eine einhergehende Christianisierung der slawischen Bevölkerung eine Städtebildung möglich. Anziehend wirkte die Region durch den beginnenden Silberabbau im Erzgebirge und durch die Gründung der handelswichtigen Stadt Leipzig 1165.
Dresden selbst geht auf eine Burg zurück, deren Aufgabe die Sicherung eines Handelsweges war. Im Anschluss daran wurde die Stadt Dresden gegründet. Die Gründung liegt im Zeitraum zwischen 1206(erstmalige Erwähnung der Burg) und 1216 (urkundliche Bezeichnung als Stadt), das genaue Datum ist allerdings nicht bekannt. Namensgebend war dabei eine slawische Siedlung östlich des Gründungsortes, „Drezdany“. Trotz der günstigen Lage blieb Dresden im Mittelalter eine eher unbedeutende, durchschnittliche Stadt. Auch das Dresden Ende des 13. Jhd der bevorzugte Aufenthaltsort des Markgrafen Heinrich der Erlauchte war, änderte daran nichts. Bis Ende des 15.Jhd bestand die Bevölkerung größten Teils aus Bauern und einigen Händlern, die aber weniger vom Handel als von ihrem Grundbesitz lebten. Das Stadtbild war durchschnittlich: Rathaus, 2 Kirchen (Frauenkirche und Nikolaikirche), seit 1265 ein Franziskanerkloster und Bürgerhäuser.

3. Die Stadt Dresden als Residenzstadt
3.1 Der Weg zur Residenzstadt

Nach dem Tod des Kurfürsten Friedrich der Sanftmütige 1464 leiteten Kurfürst Ernst und sein Bruder Herzog Albrecht der Beherzte die Geschicke Sachsens. Friedrich der Sanftmütige hatte vor seinem Tod davor gewarnt, dass sächsische Gebiet zu teilen, worauf hin Beide regierten. Ernst kümmerte sich um die inneren Belange Sachsens während Albrecht häufiger außer Landes war, um z.B. Kriegsdienste für den Kaiser zu leisten. Zu Streitigkeiten kam es daher nicht.
Durch das Aussterben der thüringischen Linie der Wettiner fiel ihnen 1482 Thüringen zu, was zur Einheit aller wettinischen Gebiete führte. Während dieser Zeit entwickelten sich Spannungen zwischen den Brüdern, da der Kurfürst während seiner Abwesendheit anstatt Albrecht Beamte in Sachsen regieren ließ. Diese Streitigkeiten führten 1485 zu Teilung des Gebietes in das Kurfürstentum Sachsen (thüringischer Teil) und das Herzogtum Sachen (meißnischer Teil). Die Mark Meißen ging dabei an Herzog Albrecht. Was die negative Splitterung des wettinischen Geschlechts in 2 Nebenlinien zur Folge hatte, erwies sich allerdings als entscheidender Punkt in der Geschichte Dresdens. Albrecht entschied sich für Dresden als Residenzstadt des Herzogtums. Die Gründe dafür sind nicht eindeutig bekannt, denn auch Meißen, der alte Sitz der Markgrafen, Leipzig, als Wirtschaftszentrum oder das zentral gelegene Weißenfels wären günstige Residenzstädte gewesen.

Artikel zum Thema:

Dresden als Residenzstadt (1/3)
Dresden als Residenzstadt (2/3)
Dresden als Residenzstadt (3/3)

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