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Die literarischen Gattungen: Lyrik(1/2)

Seit dem 19. Jhd wird das Wort "Lyrik" auch synonym für "Poesie" verwendet. Ursprünglich war Lyrik die Dichtung zur Musik der Lyra ('Leier'). Lyrik unterscheidet sich von der Prosa durch ihre gebunden Form mit Vers, Reim und Strophe. Als ausschlaggebendes Merkmal ist die Versform allerdings nicht ausreichend, da auch in Drama und Epik dieses Element verwendet werden kann. Vor allem im 20. Jhd verliert die Lyrik ihre gebundene Form als Merkmal, sodass man Lyrik heute kaum noch über ihre Metrik definieren kann. Deutlich unterscheidet sich die Lyrik dennoch durch Kürze, strengere Form und Dichte (Ausdruckskraft) von den anderen Gattungen.

Formen des lyrischen Gedichts:

Die Ode

Die Ode ist eine strophisch gegliederte, reimlose und lange Gedichtform. Sie kann freirhythmisch sein oder einem festen Metrum folgen. Charakterisiert ist sie weiterhin durch Feierlichkeit, Gedankenschwung, Ergriffenheit und Gefühlsausdruck im Rahmen fester formaler Schemata. Sie hat einen hohen, pathetischen Sprachstil, die zur Größe und Würde der behandelten Themen passt. Die Themen beziehen Öffentliches (Politik, Staat, Religion, Moral) und Privates (Liebe, Freundschaft, Natur) ein.

Die Hymne

Die Hymne war urspränglich ein kultische Lob- und Preisgesang und wurde erst später auch ein feierlich-erhabenes Lied mit unterschiedlicher Thematik aus Öffentlichkeit und Privatem. Sie ist der Ode sehr ähnlich mit ihrem Ausdruck hoher Begeisterung. Allerdings gibt es bei der Hymne keine formalen Regelmäßigkeiten wie Reim, Rhythmik oder Strophenbau.

Die Elegie

Die Elegie ist ein Gedicht aus elegischen Distichen (d.h. Versform aus Hexametern und Pentametern), das inhaltlich Klage, Trauer, Resignation und Sehnsucht ausdrückt.

Das Lied

Das Lied ist ein zum Singen erzeugter Text oder ein rein instrumentales Lied ohne Worte. Es ist in der Regel gegliedert mit relativ kurzen Strophen und Reimbindung. Dies wird allerdings nicht immer konsequent durchgehalten. Bei durchkomponierten Liedern ist es musikalisch überspielt. Zuweilen tritt ein Refrain auf, der an einer bestimmten Stelle der Strophen mehrmals wiederholt wird. Durch den Zusammenschluss von Einzelliedern entsteht ein Liederzyklus. Thematisch gibt es zahlreiche Variationen, ebenso bei der Funktion oder der Aufführungspraxis.

Der Song

Der Begriff Song kommt aus dem Englischen und bezeichnet verschiedene liedhafte Formen wie das politische Chanson, das balladenhafte politische und agitatorische Lied sowie Gesangseinlagen in den Stücken v.a. von Brecht.

Das Sonett

Das Sonett besteht aus zwei Quartetten und zwei Terzetten. Die Quartette umfassen vier Versszeilen und die Terzetten umfassen drei Verszeilen. Die Reimformen der Quartetten kann abab/abab oder abba/abba sein. Die Terzetten schließen sich dann mit einem Reimschema von cde/cde, cdc/dcd, cde/dce oder ccd/eed. Inhaltlich behandelt das Sonett zeitgenössische Thematiken wie zum Beispiel Krieg bei Gryphius.

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Die literarischen Gattungen: Lyrik(2/2)

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